Judith Eisert                                                        Oliver König                      

                  


Interview mit Judith Eisert (35) und Oliver König (36)


Phil: Hallo, ihr beiden. Schön, dass ihr euch zu diesem Interview bereit erklärt habt.

Meine erste Frage: Wo kommt ihr eigentlich ursprünglich her?


Judith: Ich bin in Aschaffenburg geboren.

Oliver: Ich komme aus dem schönen Sauerland.



Phil: Was macht ihr gern in eurer Freizeit? Übt ihr Hobbies aus?


Judith: Ich war mal viele Jahre als Filmvorführerin in Köln tätig. Das hat sehr viel Spaß gemacht.

Oliver: Ich fotografiere sehr gern. Außerdem mache ich Tai Chi.



Phil: Welche waren eure früheren Tätigkeiten?


Judith: Ich bin ausgebildete Familienberaterin und war auch mal Religionspädagogin der katholischen Kirche. Zudem war ich 5 Jahre im schwulesbischen Jugendzentrum „anyway“ in Köln tätig.

Oliver: Ich leitete in Vallendar einen Jugendtreff mit, zu dem überwiegend jüngere Leute bis maximal 27 Jahren hinkamen. Des Weiteren war ich mal Jugendbildungsreferent bei sogenannten Besinnungstagen für Schüler. Zudem war ich beim deutschen Kinder – und Jugendtelefon tätig.



Phil: Wie wurdet ihr eigentlich auf die Anzeige der our generation aufmerksam?


Judith (lacht): Meine Cousine schrieb mir eine SMS. Ja, das war wirklich so. Sie lebt hier in Frankfurt und sagte mir direkt bescheid, als sie die Anzeige in einer Zeitung gesehen hatte.

Oliver: Ich suchte lange nach einer passenden Stelle für mich, hatte es dann aber schließlich irgendwann aufgegeben. Ganz zufällig landete ich auf der Homepage der our generation und wurde so dann ganz unerwartet doch noch fündig.



Phil: Warum möchtet ihr ausgerechnet in einer Einrichtung für schwulesbische Jugendliche arbeiten?


Judith: Weil ich durch das „anyway“ in Köln schon einige Erfahrungen sammeln konnte und diese hier einfach ausbauen möchte. Außerdem fängt die Arbeit mit schwulen und lesbischen Jugendlichen meist erst bei einem Alter von 14 Jahren an. Da hört normale Jugendarbeit schon fast wieder auf. Es erwarten einen ganz andere Dimensionen.

Oliver: Weil ich mich damit persönlich identifizieren kann.



Phil: Warum brauchen wir eigentlich Hauptamtler? Für was seid ihr genau zuständig?


Judith: Ich werde mich hauptsächlich mit Mädchenarbeit beschäftigen. Zudem werden wir bei der Umsetzung von Projekten eine zusätzliche Hilfe sein.

Oliver: Mein Schwerpunkt wird die Arbeit mit Jungs sein. Außerdem werden wir beide Beratung anbieten.



Phil: Welche Ziele habt ihr bei der our generation?


Judith: Ich würde es toll finden, wenn wir wirklich die komplette LSBT-Gruppe in unserem zukünftigen JUZ vertreten haben. LSBT steht nicht nur für lesbische und schwule Jugendliche. Darin enthalten sind auch bisexuelle und transidente junge Leute.

Außerdem fände ich Fortbildungen für Lehrer mal echt toll. Den Lehrern muss teilweise wirklich mal bewusst gemacht werden, dass ca. 10% ihrer Schüler homosexuell sind.

Oliver: Unser Ziel ist es auch, Räume zu schaffen, in denen man einfach mal abschalten kann und sich wohl fühlen kann. Nicht nur LSBT-Jugendliche sind bei uns willkommen, sondern auch heterosexuelle Freunde von ihnen.



Phil: Zum Schluss vervollständigt bitte noch den folgenden Satz: „Ich freue mich auf die Arbeit im JUZ, weil...?“


Judith: … weil ich schon einiges an Erfahrung aus dem „anyway“ mitbringe und mich sehr freue, diese weiter ausbauen zu können. Es ist einfach ein toller Job „Berufslesbe“ zu sein.

Oliver: … weil ich glaube, dass ich noch viel von den Jugendlichen lernen kann.



Phil: Vielen Dank euch beiden.